Es zischt und faucht, Rauchschwaden sind über dem blauen Container zu sehen und wer genau hinschaut kann gelegentlich sogar Flammen sehen.
Die Rede ist von der mobilen Brandübungsanlage die seit vergangenem Freitag auf dem Gelände der Feuerwehr Backnang steht.

 

Begonnen wird für alle Teilnehmer mit der theoretischen Einweisung in die Anlage. Danach folgt das Anlegen der Schutzkleidung. Stiefel, Brandschutzjacke und -Hose, Atemschutzgerät, Atemmaske, Flammschutzhaube, Handschuhe und Helm.

Danach geht es immer in Zwei-Mann-Trupps zur Übung, einer löscht, einer unterstützt – wie auch im echten Einsatz. Ebenfalls wie im Realeinsatz, kann es in der Übungsanlage  ganz schön heiß werden, über 400° Celsius sind keine Seltenheit. „Wie eine Sauna beim Aufguss“ beschreibt ein Teilnehmer seine Erfahrungen.
Um die Übenden auf die vielfältigen Einsätze vorbereiten zu können, sind verschiedene Übungsszenarien möglich.

Die Simulationen reichen von einem Zimmer- und Kellerbrand über einen Verteilerkasten-, und Gasleitungsbrand bis hin zu einer großen Rauchgasdurchzündung, dem so genannten Flash-Over, einer explosionsartigen Brandentwicklung unter der Zimmerdecke.
Um den Ablauf der Übungen unter realitätsnahen Bedingungen durchzuführen, ist die gasbetriebene Anlage mit einer „heißen Tür“ und einem Geräusch- und Rauchsimulator ausgestattet.

Zur Sicherheit der Teilnehmer sind an verschiedenen Stellen im Container Not-Aus Schalter angebracht. Außerdem kann der Bediener der Anlage, die Einsatztrupps durch eine Scheibe sehen und bei Bedarf sofort reagieren. Durch diese Einsicht des Ausbilders ist es auch möglich, dass eigentlich gelöschte Brandstellen nochmals aufflammen, da sie nicht ausreichend kontrolliert wurden.

Diese Brandübungsanlage, die den Feuerwehren von der EnBW kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist eine sinnvolle Ergänzung zu der bestehenden Ausbildung. In der Theorie kann vieles besprochen oder geübt werden, aber der Umgang mit echtem Feuer ist nochmal etwas ganz anderes. Gerade jüngere Kameradinnen und Kameraden können so unter kontrollierten Bedingungen üben, um im Einsatz dann sicherer zu agieren.

Noch bis zum 13.09.2017 steht die Anlage im Feuerwehrhaus in Backnang.

 

Am Tag der offenen Tür der Feuerwehr Backnang können sich interessierte Besucher einen Eindruck davon machen, wie das Training in dieser Anlage abläuft. Am Festwochenende (09.09.+ 10.09.2017) sind mehrere Übungsdurchgänge geplant.

 

Eckdaten:

Circa 200 Feuerwehrangehörige aus den Wehren Aspach, Auenwald, Backnang, Burgstetten, Leutenbach, Oppenweiler, Weissach im Tal, und der Werkfeuerwehr Bosch werden ihre Kenntnisse im Bereich Brandbekämpfung erweitern.
Rund 30 Kilogramm wiegt die Ausrüstung, die die Feuerwehrleute benötigen, um sich vor Rauch und Flammen zu schützen.
15 Ausbilder der beteiligten Feuerwehren wurden als Bediener der Anlage ausgebildet und können die Teilnehmer schulen.
Bis zu 30 Minuten können die Feuerwehrleute unter Atemschutz arbeiten, danach ist der Luftvorrat verbraucht.
Bis zu zwei Liter Flüssigkeit verliert ein Feuerwehrangehöriger im so genannten „Innenangriff“

 

Bedienstand der Anlage
Bedienstand der Anlage
Trupp spricht sich Ab
Der Einsatztrupp spricht das Vorgehen ab.
Löschen von Verteilerkasten
Löschen eines simulierten Verteilerkastens.